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Veröffentlichung

A.G.GENDER-KILLER (Hg.)
ANTISEMITISMUS UND GESCHLECHT
Von »maskulkinisierten Jüdinnen«,
»effeminierten Juden«
und anderen
Geschlechterbildern
Unrast-Verlag, Münster 2005
ISBN: 3-89771-439-6
Die Beiträge dieses Sammelbandes
erkunden den Zusammenhang verschiedener
antisemitischer Geschlechterbilder.
Sie zeigen, mit welchen Codierungen
und
Normvorstellungen in der Geschichte
gearbeitet wurde, um den »jüdischen«
Körper als anderen zu stigmatisieren.
Verdeutlicht wird so, dass sich
Antisemitismus und Geschlecht nicht
nur am Rande berühren, sondern
dass
Geschlecht zentral für das
Funktionieren antisemitischer Stereotype
war und
ist.
Die
Konstrukte von Männlichkeit
und Weiblichkeit stehen nicht fernab
antisemitischer Ideologien, vielmehr
sind sie in diese engmaschig verwoben.
Geschlecht garantiert das flüssige
Funktionieren des Ressentiments
- nicht
nur im primären, sondern auch
im Opfertopos des sekundären
Antisemitismus.
Die Bilder vom "Eigenen"
und vom "Fremden" erhalten
ihre Wirksamkeit auch
durch ihre geschlechtliche Strukturierung.
Das "Andere" ist immer
das, was
den Vorstellungen davon, was es
heißt, ein "Mann"
oder eine "Frau" zu sein,
schein-bar nicht gerecht zu werden
vermag. Die Artikulation der Differenz
wird so - mal mehr oder weniger
offensichtlich - zur Artikulation
von
Geschlecht. Wie sich dieser Prozess
in seinen einzelnen Facetten vollzieht,
zeigen die verschiedenen Beiträge
dieses Bandes aus jeweils
unterschiedlicher Perspektive und
Schwerpunktsetzung. Allen jedoch
ist eines
gemeinsam: Zu zeigen, dass Antisemitismus
auch in seiner Verschränkung
mit
Geschlechterkonstruktionen verstanden
werden muss.
Eine
Vielzahl der Beiträge dieses
Bandes geht zurück auf die
Vorträge des
Kongresses zu "Antisemitismus
und Geschlecht" im Oktober
2004 in Berlin.
Geschlechterbilder, so zeigen die
Untersuchungen u.a. aus historischer-,
kunst- und sozialwissenschaftlicher
Perspektive, zeihen sich nicht zufällig
als roter Faden durch die antisemitischen
Darstellungen. Gerade mit ihrer
Hilfe kann die »Andersheit«
von Juden und Jüdinnen artikuliert
und
(re-)produziert werden.
Mit
Beiträgen von:
*
Klaus Hödl - Genderkonstruktion
im Spannungsfeld von Fremd- und
Selbstzu-schreibung. Der "verweiblichte
Jude" im diskursiven Spannungs-feld
im zentraleuropäischen Fin
de Siècle
*
Christina von Braun - Der Körper
des "Juden" und des "Ariers"
im
Nationalsozialismus
*
Eva-Maria Ziege - Die Bedeutung
des Antisemitismus in der Rezeption
der
Mutter-rechtstheorie
*
Hildegard Frübis - Repräsentationen
"der Jüdin". Konzepte
von Weiblichkeit
und Judentum in der Jüdischen
Moderne
*
Meike Günther - Wider die Natur:
Zur Verkörperung antisemitischer
Stereotype durch Geschlechterkonstruktionen
*
Bini Adamczak - Antisemitismus dekonstruieren?
Essentialismus und
Antiessentia-lismus in queerer und
antinationaler Politik
*
Elke Frietsch - Der trojanische
Königssohn im Polohemd. Sind
die
Darstellungen des "Parisurteils"
aus der Zeit des 'Dritten Reiches'
'spezifisch nationalsozialistisch'?
*
Michael Moereitz - Judenfeindschaft
in der Deutschen Geschichte und
Gegenwart
*
Jeanette Jakubowski - Walsers Griff
in die antisemitische Mottenkiste
oder
die verführeri-sche Macht der
jüdinnen- und judenfeindlichen
Stereotype
*
A.G.GENDER-KILLER - Geschlechterbilder
im Nationalsozialismus. Eine
Annäherung an den alltäglichen
Antisemitismus
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