A.G.Gender-Killer
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Berliner nach Warschauer CSD weiterhin in Untersuchungshaft.
Polnische Staatsanwaltschaft nennt neue Vorwürfe.
Erste Soli-Aktionen in Berlin.

Am 23. Juni demonstrierten 120 Personen vor der polnischen Botschaft in Berlin für die Freilassung des Berliner Rene K. aus dem Warschauer Bezirksgefängnis ( http://de.indymedia.org/2006/06/150849.shtml). Auch der Transgeniale Christopher Street Day in Kreuzberg mit etwa 3000 TeilnehmerInnen am 24.Juni, stand ganz im Zeichen der politischen Forderung, den Unterstützer der Warschauer Gleichheitsparade endlich aus der Haft zu entlassen ( http://de.indymedia.org/2006/06/150928.shtml).
Rene K. war am 10. Juni bei der Parade für sexuelle Gleichberechtigung festgenommen worden, da er sich zusammen mit anderen TeilnehmerInnen am Endkundgebungsplatz gegen rechtsextreme Provokationen von GegendemonstrantInnen verteidigte. Erst nach zehn wurde Tagen ihm der
Besuch vom Anwalt und der deutschen Botschaft gewährt.

Die Staatsanwaltschaft in Warschau wirft ihm vor, sich gegen die Festnahme gewehrt zu haben. Außerdem ist nun der Vorwurf, in seiner Kleidung seien Spuren von Drogen gefunden worden, hinzugekommen. "Mit diesem neuen Vorwurf, versucht die Justiz Renes Festnahme nachträglich zu legitimieren, und den Protest für seine Freilassung zu entpolitisieren. Der Drogenvorwurf würde selbst nach polnischem Recht nie dazu führen jemanden drei Monate in Untersuchungshaft zu halten. Rene ist inhaftiert, weil er sich in Polen für die freie Wahl der Sexualität eingesetzt hat. Um ihn und die Parade zu kriminalisieren sind den Behörden in Warschau eben alle Mittel recht", so Martin Seiler, vom Bündnis Queer-Berlin.

Der Gewaltvorwurf gegen die Polizei wird gestützt durch vier Aussagen von Polizeibeamten, die sich vermutlich abgesprochen haben. Daher ruft Queer-Berlin ZeugInnen der Festnahme in Warschau dazu auf, jegliches Filmmaterial, Gedächtnisprotokolle und Hinweise Queer-Berlin. Nur durch den Gegenbeweis kann der Verurteilungswillen der polnischen Justiz gebremst werden.

Derweil wächst auch der politische Druck auf die zuständigen deutschen und polnischen Behörden, die Vorgänge genau zu prüfen und sich für die Freilassung Renes einzusetzen. "Die Aktion vor der polnischen Botschaft war nur der Anfang unserer Kampagne. Jede_r ist aufgerufen sich mit Rene zu solidarisieren und massenweise Protest zu organisieren. Wir werden solange weitermachen bis Rene wieder frei ist und wir werden auch im nächsten Jahr wieder mit tausenden in Warschau für sexuelle Gleichberechtigung demonstrieren", betonte Martin Seiler vor der Botschaft am Freitag.

Während in der Öffentlichkeit über den Fall vermehrt diskutiert wird,
geraten Renes miserable Haftbedingungen aus dem Blickfeld. Er berichtete von homophoben Gewaltandrohungen und extremen Hierarchien in dem Warschauer Gefängnis, wogegen er sich kaum zu Wehr setzen kann. Ihm wird der Besuch von FreundInnen verweigert und Post wird ihm durchschnittlich 40 Tage lang vorenthalten. Er hat seit seiner Festnahme noch keinen
Dolmetscher gesprochen und seine Gesundheit leidet unter dem schlechten Essen und den hygienischen Bedingungen in der Haft.

mehr unter:
http://de.indymedia.org/2006/06/150507.shtml

und natürlich unter:
http://queerberlin.tk/