Angerer Marie-Luise -The body
of gender – Körper. Geschlechter.
Identitäten.
Der Körper ist heute zu einem augenfälligen
Austragungsort geworden. Sein Begriff,
seine Materialität, seine Gedoppeltheit,
seine Technologien, seine Inszenierungen
und Performances stehen im Zentrum poststrukturierter/feministischer
Dekonstruktions-Verfahren. Innerhalb dieser
ist es zu komplexen Verschiebungen und
Neubewertungen gekommen, die einen anderen
Blick auf alte Setzungen erfordern bzw.
ermöglichen. Mehr denn je fungiert
der Körper heute als zentrales Moment,
als fundamentale Stütze zur Etablierung/Fixierung
von Identitätspositionen, um allerdings
gleichzeitig und permanent seine Hohlheit,
seine Konstruiertheit und damit seine
Künstlichkeit in bezug auf Identitätsgarantien
preiszugeben.
The Body of Gender versammelt interdisziplinäre
Versuche, den Begriff des Körpers
im Kontext neuer Realitäten und ihrer
Differenzen zu re-formulieren und seine
Identitäten als Effekte diskursiver
Strategien zu fassen.
Beauvoir,
Simone de – Das andere Geschlecht
Die universelle Standortbestimmung der
Frau, die aus jahrtausendealter Abhängigkeit
von männlicher Vorherrschaft, aus
einer Übermächtigen Tradition
von Schwächegefühlen ausgebrochen
ist, hat seit dem ersten Erscheinen des
berühmten Standartwerkes nicht die
Gültigkeit eingebüßt.
Die brillante Scharfsichtigkeit dieser
grundlegenden Analyse vom weiblichen Status
und Selbstverständnis in Geschichte
und Gegenwart tritt in dieser Neuübersetzung
noch deutlicher hervor.
Bourdry
Pauline,/Kuster Brigitta/Lorenz Renate
(Hg.) - „Reproduktionskonten fälschen!“
Heterosexualität, Arbeit & Zuhause
Mit Texten von: Doreen Massey, zu Beschäftigten
in der Hochtechnologie und der Organisierung
ihres Zuhauses/ Artie Russell zu Zeitknappheit
und dem Zuhause als fordistischem Arbeitsplatz.
/ Mascha Madörin, zur Konstruktion
des Außerökonomischen´
in der Wirtschaftstheorie./ Linda McDowell,
zur Notwendigkeit von Dienstleistungsberufen,
Heterosexualität und Geschlechterrollen
eindeutig darstellen zu können. u.a.
Bourdieu
Pierre – Die männliche Herrschaft
Ein Mann beschäftigt sich mit der
Ungleichheit der Geschlechter. Doch der
Soziologe Pierre Bourdieu tut dies nicht,
um den Feminismus unter männliche
Dominanz zu bringen, sondern um zu zeigen,
dass männliche Herrschaft eine besondere,
politisch wie ökonomisch wichtige
Form symbolischer Herrschaft darstellt.
Dies erklärt, warum eine solche Macht
akzeptiert wird: Die Zustimmung zu ihr
beruht nicht auf einer freiwilligen Entscheidung,
sondern auf der unmittelbaren Unterwerfung
der sozialisierten Frauen. Wie die Frauen
einer Sozialisierung unterworfen werden,
die auf ihre Herabsetzung zielt, sind
auch die Männer Gefangene der herrschenden
Vorstellungen, obwohl sie perfekt ihren
Interessen entsprechen. Pierre Bourdieu
ruft also zu einer symbolischen Revolution
auf: Sie müsste darin bestehen, jene
gesellschaftlichen Verhältnisse radikal
umzugestalten, die die beherrschten Frauen
dazu bringen, den herrschenden Männern
und sich selbst gegenüber einen Standpunkt
einzunehmen, der mit dem der Herrschenden
identisch ist.
Braun
Christina von/Stephan Inge (Hg.) - Gender
Studien“ Eine Einführung
Dieser Band bietet eine umfassende systematische
Einführung in Geschichte, Theorien
und Methoden der Gender-Studien. Dem folgt
- gemäß dem interdiziplinären
Ansatz – die Darstellung zahlreicher
Fachrichtungen im Hinblick auf ihren Umgang
mit der Kategorie „Gender“.
Braun Christina von/Stephan Inge (Hg.)
- Gender@Wissen
Auch Wissen hat ein Geschlecht. Für
die Wissenschaft von der Antike bis in
die Gegenwart ist Geschlecht eine Kategorie
von grundlegender Bedeutung. Das neue
Handbuch der Gender-Theorien zeigt, dass
Geschlechtercodes und Geschlechternormen
in jeder Form des Wissens eingelagert
sind. Geschlecht bietet deshalb einen
geeigneten Schlüssel, die »unbewussten«
Fundamente unseres modernen Wissens zu
hinterfragen. 19 namhafte und fachlich
ausgewiesene Autorinnen und Autoren aus
unterschiedlichen Disziplinen führen
in diesem Werk in zentrale Themenfelder
des Wissens ein. Es geht um Identität,
Körper, Reproduktion, Sexualität,
Macht und Gewalt, Performanz und Repräsentation,
Lebenswissenschaften und Gentechnologie
wie um Natur und Kultur, Sprache und Semiotik
oder Gedächtnis.
Bührmann
Andrea - „Das authentische Geschlecht“
Die Sexualitchlechts“ wird nicht
als das „ganz andere“ im patriarchalen
Herrschaftsverhältnis akzeptiert,
sondern als Teil einer Auseinandersetzung,
in der alle Seiten strategische Machtwirkung
entfalten. Die Kritik insbesondere an
feministischen Positionen der Frauenbewegung
zielt auf die Frage nach den diskursiven
Konsequenzen, die sich aus dem Versuch
ergeben, die Auseinandersetzung hauptsächlich
auf die Wahrheit des Sexes zu beschränken.“
Eichhorn
Cornelia/Grimm Sabine (Hg.) - „Gender
Killer“ Texte zu Feminismus und
Politik
Mit Texten, die über die Themen §
218, Biopolitik und neue Technologien,
Riot Grrrls, Politische Strategien von
Migrantinnen, Staatsfeminismus, Identitätszwang,
Rechte Frauen, Etwas besseres als die
Familie-feministische Intellektuelle,
Diskurspolitik, Lohnarbeit, Internationale
Bevölkerungspolitik, Selbstbestimmung,
Feminismus und Kunst, Nationalstaat und
Aufstieg und Fall der Frauenbewegung einen
Überblick verschaffen.
Foucault
– „Der Wille zum Wissen“
Sexualität und Wahrheit 1
Foucaults Hauptinteresse richtet sich
auf die Erforschung der „polymorphen
Techniken der Macht“: In welchen
Formen, durch welche Kanäle, mittels
welcher Diskurse schafft es die Macht,
bis in die winzigsten und individuellsten
Verhaltensweisen vorzudringen; auf welchen
Wegen erreicht sie die seltenen und unscheinbaren
Formen der Lust, und auf welche Weise
durchdringt und kontrolliert sie die alltägliche
Lust?
Gildemeister,
Regine/Angelika Wetterer - Wie Geschlechter
gemacht werden. Die soziale Konstruktion
der Zweigeschlechtlichkeit und ihre Reifizierung
in der Frauenforschung. In: Gildemeister,
Regine/ Angelika Wetterer (Hg.): Traditionen
Brüche.
Goffman
Erving – Interaktion und Geschlecht
Warum verstehen sich Männer und Frauen
nicht? In seinem Standardwerk zur Geschlechtersoziologie
spürt der Interaktionsforscher Erving
Goffman typischen Verhaltensmustern der
Geschlechter nach. Wie kommunizieren Männer
und Frauen und welche Gewalt haben Rituale
über uns? Das Buch ist als Studientext
etabliert und bietet zudem viele Ansätze,
das eigene Verhalten zu beobachten und
zu verändern.
Großmaß
Ruth/Schmerl Christiane (Hg.) - "Philosophische
Beiträge zur Frauenforschung“
Frauenforschung, die sich daran beteiligen
will, gegen Frauen gerichtete Herrschafts-zusammenhänge
aufzubrechen, ist notwendig interdisziplinär
und – wo es um Reflexion übergreifender
Orientierungsmöglichkeiten geht –
philosophisch. In der Auseinandersetzung
mit solchen übergreifenden Fragen
können wir an die Traditionen kritischen
und subversiven Denkens innerhalb der
Philosophie anknüpfen. Ausgangspunkt
ist dabei das Verhältnis von Theorie
und Praxis, das innerhalb sozialer Bewegungen
als Widerspruch von Bewusstsein und (
einschränkender ) Realität bzw.
von Ziel und Weg erscheint. Es kann aber
nicht darum gehen zum x-ten Male die klassisch
gewordenen Formulierungen dieses Verhältnisses
zu wiederholen und uns ihrer gegenseitig
zu versichern; es geht vielmehr darum,
aus der Analyse unserer Realität
und aus unseren Träumen Zielvorstellungen
zu entwickeln, hierfür Handlungsformen
zu finden und diesen Prozeß zu reflektieren.“
Irigaray
Luce – Speculum. Spiegel des anderen
Geschlechts
Heute als Differenzfeministin gescholten,
waren die Auseinandersetzungen die Irigaray
mit der Philosophiegeschichte austrägt,
bei ihrer Veröffentlichung ein Meilenstein.
Selten hat jemand einen so faszinierenden
und fesselnden Schreibstil wie Irigaray
entwickelt.
Karsch Margret - Feminismus für Eilige
Keine leichte Aufgabe, die sich
Margret Karsch da gestellt hat: Auf 200
Seiten einen EinsteigerInnen-Band zu Feminismus
und Frauenbewegung zu verfassen, der leicht
lesbar ist und noch dazu unterhaltsam
sein soll. Ist Feminismus out? Ganz und
gar nicht, meint die Autorin, denn: "Ob
jemand von seiner Umgebung als ,Frau'
oder ,Mann' wahrgenommen wird, beeinflusst
noch in vielen Situationen, wie sie oder
er beurteilt wird." Und dann legt
Karsch los: Nach einer Darstellung der
Geschichte der deutschen Frauenbewegung
widmet sie sich aktuellen Bemühungen
um Gleichbehandlung in Arbeit und Politik
und greift Themen wie Gender Mainstreaming,
Riot Grrrls oder Antifeminismus in den
Medien auf.
Dass dabei nicht alles zur Sprache kommen
kann, und insbesondere die Darstellung
der feministischen Theorien eine sehr
reduzierte ist, ist klar. Ein sorgfältigeres
Lektorat hätte mehr Systematik in
den inhaltlichen Aufbau bringen können.
Der Gesamteindruck bleibt - trotz des
mehr als sonderbaren Covers - ein positiver:
Das Buch vermittelt einen ersten Überblick
und ist bemüht, die Relevanz des
Feminismus auch für die Gegenwart
aufzuzeigen. Der Band ist flott geschrieben
und enthält zudem noch Eckdaten des
deutschen Feminismus, weiterführende
Literatur sowie ein Glossar. Empfehlung
für Eilige und EinsteigerInnen!
Kessler Suzanne J., and Wendy McKenna
- Gender: An Ethnomethodological Approach.
Following in Garfinkel’s ethnomethodological
footsteps, Kessler and McKenna examine
gender attribution, cross-cultural perspectives
on gender, biological and developmental
aspects of gender, and transsexuality
considered as a mundane construction of
gender. The material on transsexuality
is outdated, but their work on gender
attribution is especially valuable.
Koedt
Anne – The myth of vaginal orgasm
Grundlagenaufsatz aus der "heißen
Phase" der Frauenbewegung. Ist der
vaginale Orgasmus eine Erfindung des Patriarchats?
Wenn nicht, dann zumindest ein Herrschaftsinstrument.
Maihofer
Andrea – Geschlecht als Existenzweise
Andrea Maihofer hat eine Zusammenfassung
der Existenz und Dekonstruktion von Geschlecht
geliefert, die es ermöglicht, Frauen
und Männer in ihrer gesellschaftlichen
Konstituiertheit innerhalb bestehender
geschlechtsspezifischer Machthierarchien
und in ihren oft widersprüchlichen,
in sich gebrochenen und situativ jeweils
unterschiedlichen Existenzweisen zu erfassen.
Rubin
Gayle -"The Traffic in Women: Notes
on the 'Political Economy' of Sex",
in: Reiter, Rayna R. (Hg.): Toward an
Anthropology of Women.
Vielleicht einer der meistzitierten Aufsätze
der Feminismusgeschichte. Rubins sex/gender-System,
das sie in diesem Artikel entwirft, wurde
legendär.
Scholz
Roswitha - „Das Geschlecht des Kapitalismus“
Feministische Theorien und die postmoderne
Metamorphose des Patriarchats
Feministische Gesellschaftskritik ist
in die Defensive geraten. Roswitha Scholz
wagt den Versuch, angesichts zunehmender
Krisenerscheinungen einen neuen theoretischen
Ansatz zur Analyse des Geschlechterverhältnisses
zu formulieren, in dessen Zentrum das
Theorem der „Wert-Abschaltung“
steht. Damit ist gemeint, dass die sozialhistorischen
Zuschreibungen des „Weiblichen“
– von Hausarbeit, Kindererziehung
bis zur emotionalen Zuwendung –
einen von der kapitalistischen Verwertungslogik
abgespaltenen Bereich der gesellschaftlichen
Reproduktion bilden, der gleichzeitig
eine „stumme“ Bedingung und
Voraussetzung der modernen Gesellschaften
ist.
Dabei stellt Scholz den Mechanismus der
Abspaltung sowohl in seinen materiellen
als auch in seinen kulturell-symbolischen
und sozialpsychologischen Dimensionen
dar und zeigt auf, dass diese gesellschaftliche
Grundstruktur des Kapitalismus kein starres
Gefüge ist, sondern ein historischer
Prozess mit verschiedenen Entwicklungsstufen.
Roswitha Scholz setzt sich auch kritisch
mit den linksfeministischen Theorien der
letzten zwanzig Jahre im deutschsprachigen
Raum auseinander und zeigt deren Defizite
vor dem Hintergrund eines Marx –
Verständnisses auf, das im Gegensatz
zum traditionellen Marxismus mit seiner
Arbeitsreligion eine grundsätzliche
Kritik der modernen „Arbeitsgesellschaft“
zum Inhalt hat.
Villa
Paula-Irene – Sexy Bodies
In diesem Einführungs- und Handbuch
werden aktuelle soziologische (handlungstheoretische,
phänomenologische und diskurstheoretische)
sowie feministische Perspektiven auf den
Körper rekonstruiert. Bei der synthetischen
Zusammenführung geht es vor allem
um eine kritische Auseinandersetzung mit
Erträgen, Grenzen und Verkürzungen
der jeweiligen Perspektiven, insbesondere
um das gesellschaftstheoretische Defizit
gegenwärtiger (sozial-)konstruktivistischer
Analysen. Mit Bourdieu und Kreckel werden
Vergeschlechtlichungsprozesse, die den
Körper formen und das leibliche Erleben
des Geschlechts beeinflussen, auch als
durch die soziale Ungleichverteilung gesellschaftlicher
Ressourcen geprägte Prozesse begriffen.
West,
Candance / Zimmermann, Don H. (1987):
"Doing Gender", in: Gender and
Society 1 (2), 125-151.
"Doing Gender" is an article
whose main contribution is its reconceptualization
of gender as not so much a set of traits
residing with individuals, but as something
people do in their social interactions.
As such, gender is fundamentally about
social interaction and relationship -it
is embedded in every aspects of everyday
interactions that one's actions in doing
gender
simultaneously produces, reproduces, sustains
and legitimates the social meanings accorded
to gender.
Here, the key concept is that of accountability
-that, insofar as society is structured
according to sex categorization of male/female
dichotomy, people come to be required
to be accountable for every action they
perform to be appropriate to one's sex
category. In this sense, the authors argue
that gender is extremely fundamental in
all aspects of social relationships in
the sense that one cannot avoid doing
gender if one wants to make actions accountable.
Yuval
Davis Nira - "Geschlecht und Nation"
Die Soziologin Nira Yuval-Davis gibt eine
anregende und flüssig geschriebene
Einführung in die aktuellen Diskussionen
um Nationalstaat, Nationalismus, Zivilgesellschaft
und Geschlechterfragen. Dabei geht sie
von einem kritischen Feminismus aus, der
Ausgangspunkt für ihren Ansatz einer
transversalen Politik ist. Sie untersucht
die traditionelle Unterscheidung in gute
und böse Nationalismen und setzt
dem eine Analyse über die Rolle,
die die Geschlechterdimension in unterschiedlichen
Konzeptionen von der Nation spielt, entgegen.
Die Autorin thematisiert Bevölkerungspolitik
und Eugenetik, Multikulturalismus und
Fundamentalismus, Staatsbürgerschaft
und die Fixierung von Frauen im Privaten
sowie die feministische Debatte um die
Wehrpflicht von Frauen. Sie diskutiert
kritisch die Rolle, die Frauen in der
Auseinandersetzung um die Nation, ob in
positivem Bezug oder in widerständiger
Abgrenzung hierzu, eingenommen haben.
Nira Yuval-Davis ist in Israel geboren
und Professorin für Gender and Ethic
Studies an der University of Greenwich
in London. Sie hat sich in zahlreichen
Publikationen als eine der führenden
Vertreterinnen eines sozialistischen Feminismus
etabliert.
Wittig
Monique – The straight mind
Wittigs Aussage "Lesben sind keine
Frauen" war für viele damals
ein Skandal. Heute gilt sie als Vordenkerin
der Dekonstruktivismus.
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