BausteineMänner (Hg.) Kritische Männerforschung
Was ist und wozu dient Männerforschung?
Mit dieser Frage setzten sich die Autoren
dieses Sammelbandes in der nunmehr dritten
und um fünf Beiträge erweiterten
Auflage auseinander. Während im deutschsprachigen
Raum zum Thema Mann noch immer vor allem
"Betroffenheitsliteratur" die
Büchertische dominiert, haben sich
im angelsächsischen Raum Men's Studies
als neue interdisziplinäre sozialwissenschaftliche
Forschungsrichtung etablieren können.
Dieser Band macht einige ihrer grundlegenden
Texte auf Deutsch zugänglich und will
mit weiterführenden Untersuchungen
zu Selbstverständnis, Theorie und Praxis
Kritischer Männerforschung dazu beitragen,
eine an die feministische Theoriebildung
anknüpfende Diskussion über Männlichkeiten
auch hierzulande voranzutreiben.
Benthien Claudia/Stephan Inge - Männlichkeit
als Maskerade
Seit Joan Rivieres Aufsatz Womanliness as
a Masquerade (1929) und dessen Wiederentdeckung
durch Judith Butler wurde »Weiblichkeit«
in den Gender Studies nicht mehr als naturgegeben
verstanden, sondern als etwas, dass sich
in kulturellen In szenierungen darbietet.
Der Band überträgt diese Debatte
auf Bilder und Kons truktionen von »Männlichkeit«,
was nicht nur anderes Material in den Blick
bringt, sondern auch eine Neudefinition
des Konzepts erfordert. So geht dieses Buch
der Frage nach, inwieweit auch der Mann
eine Maske (ge-)braucht, oder aber, ob sich
»Männlichkeit« nicht vielmehr
als maskenlos versteht. Die Beiträge
beschäftigen sich mit dem spezifisch
männlichen Verhalten im Hinblick auf
Emotionalität, Kreativität oder
Intellektualität.
Brandes
Holger – Der männliche Habitus
(2 Bände)
Der männliche Habitus als in der
Körper eingeschriebene soziale Praxis
ist der Schlüssel zum Verständnis
männlicher Identität und Verhaltensweisen.
Brandes widmet sich Männergruppen
und männlicher Identitätsbildung,
um verschiedene Themenfelder der Männerforschung,
wie Männlichkeit und Milieu, Männlichkeit
und Alter, die Ost-West-Probmematik, Männer
und Gesundheit und Männer in einem
Frauenberuf. Dabei wird eine Perspektive
eröffnet, die Körperlichkeit
und Gesellschaftlichkeit sowie Individualität
und Kollektivität verbindet.
Cornell
Robert – Der gemachte Mann
Es gibt nicht eine Männlichkeit,
sondern viele. Das Buch zeigt Männlichkeit
als eine gesellschaftlich konstruierte
Kategorie, die längst nicht mehr
eindeutig ist. Moderne Männlichkeiten
sind Produkte einer 400jährigen Geschichte,
in der Geschlecht eng verbunden war mit
Herrschaft und der Errichtung einer globalen
Wirtschaft. In der letzten Zeit haben
sich in den westlichen Ländern neue
gesellschaftliche Dimensionen von Männlichkeit
entwickelt. Diese neuen Formen werden
untersucht und regen eine Diskussion an,
wie Männer in einer vergeschlechtlichten
Welt soziale Gerechtigkeit anstreben können.
Der Autor verbindet sozialwissenschaftliche
Analyse mit subjektiven Erfahrungen von
Männlichkeit, die in Gruppendiskussionen
und Interviews aufgearbeitet worden sind.
geschichte der Männlichkeit
Döge
Peter/Meuser Michael – Männlichkeit
und soziale Ordnung
Der Band versammelt Beiträge aus
der soziologischen und politikwissenschaftlichen
Geschlechterforschung, welche die geschlechtliche
Dimension des Handelns von Männern
in zentralen Bereichen der sozialen Welt
(Politik, Familie, Beruf u.a.) zum Gegenstand
haben und den lebensweltlichen und sozialstrukturellen
Hintergrund dieses Handelns thematisieren
(sexuelle Orientierung, homosoziale Gemeinschaften,
Milieuzugehörigkeit, ethnischer Hintergrund
u.a.).
Kühne Thomas - Männergeschichte,
Geschlechtergeschichte. Männlichkeit
im Wandel der Moderne.
Meuser
Michael – Geschlecht und Männlichkeit
Das Buch diskutiert soziologische Konzepte
für eine Theorie der Männlichkeit
und prüft welche Modelle und Begriffe
die soziologische Theorie für eine
Analyse des Mannseins bereithält.
Das Konzept des männlichen Geschlechtshabitus
wird entwickelt.
In einem empirischen Teil geht das Buch
den gegenwärtigen Bedingungen des
Mannseins in zwei Dimensionen nach:
1. Der aktuelle Männlichkeitsdiskurs
ist Gegenstand einer wissenssoziologischen
Deutungsmusteranalyse
2. Lebensweltlich verankerte Orientierungen
werden mit Hilfe von Gruppendiskussionen
erfaßt, die in verschiedenartigen
Zusammenschlüssen von Männern
geführt wurden.
Beide Analysen ergeben das Bild einer
in sich brüchigen Modernisierung
von Männlichkeit, das die populäre
These einer Krise des Mannes als überzogen
erscheinen läßt.
Schmale Wolfgang - Geschichte
der Männlichkeit in Europa (1450-2000)
Die Brücken zwischen individuellen,
milieugebundenen, subkulturellen, gesellschaftlichen
und europaweiten Männlichkeitskonzepten
werden auf spannende Weise vor den Augen
der Leserinnen und Leser gebaut. Das stilistisch
brillante Buch ist ein Meilenstein in
der noch jungen Männergeschichte.
Nichts ist so unstet wie Männlichkeit.
Die Geschichte der letzten 500 Jahre ist
voll von "Neuen Männern".
Die europäische Renaissance definierte
den Mann neu und nannte ihn "Neuer
Adam". Die französischen Revolutionäre
schrieben 1789 die "Regeneration
des Mannes" auf ihre Fahnen und schufen
ihren "Neuen Mann", den "Homme
régénéré",
den sie als Modell erfolgreich exportierten.
In den Revolten von 1968 wurden in Nordamerika
und Europa die Grundlagen für den
nächsten "Neuen Mann" der
Geschichte gelegt. Ob "Neuer Adam"
oder "Regenerierter" bzw. "Neuer
Mann" - diese Bezeichnungen markieren
jeweils den Beginn umfassender sozial-
kultureller Neukonstruktionen von Männlichkeit.
Theweleit
Klaus - Männerphantasien
"Eines der spannendsten, phantasievollsten,
und inspirierendsten wissenschaftlichen
Bücher der letzten Jahre ... Die
Freikorps-Literatur des deutschen "Nachkriegs"
1918 bis 1923 ist für ihn ein Mittel,
so etwas zu entwickeln wie eine Phänomenalogie
der männlichen Wünsche und Ängste
überhaupt. Der Faschsmus erscheint
als ein Endpunkt des Patriarchats.
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