A.G.Gender-Killer
 
Dokumentation
 














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|||||||||||||||||||||| Sexismus und Szene  
   
Woher soll man wissen woher der wind weht, wenn kein wind weht
GiK - Geschlecht ist konstruiert Frauengruppe.

Kein Thema sorgt in der Szene für so viel Unmut und Unbehagen wie das Thema Sexismus und Patriarchat. Wie viele Diskussionen schon geführt wurden, was anscheinend noch nicht diskutiert wurde? Alle Argumente ausgetauscht.. Also, alles kein Problem mehr, und trotzdem müssen Frauen immer noch um jeden Quadratmillimeter Raum kämpfen, müssen begründen, diskutieren, argumentieren sich verteidigen.
Dabei ist Patriarchat als Thema ein wesentlicher Bestandteil für linke Gesellschaftskritik. Obwohl dessen Unmittelbarkeit so greifbar und so alltäglich ist schließlich spielt jede und jeder von uns eine Rolle, die klar auch von den gesellschaftlich vorgegebenen Geschlechterrollen geprägt ist und sich die machtvollen Geschlechterverhältnisse durch alle Lebensbereiche ziehen. Geschlechtsspezifische Machtverhältnisse werden aber in der Linken wahlweise als Nebenwiderspruch(Wir haben jetzt aber echt wichtigeres zu tun) abgetan, empört verleugnet( Wir sind doch keine Sexisten!) oder (auch ich fördere eine Frau) bevormundend zugedeckt. Diesen Umgangsweisen gemein ist, das sie eine kugelsichere Distanz zu diesen Thema aufzeigen. Denn viele Männer leben mit der Gewissheit eben ein guter - und damit kein Gesprächsthema zu sein. Dabei tragen sie die Grundnorm der hegemonialen Männlichkeit, die zugleich ihre eigene verinnerlichte und gelebte ist, unfähig sie als solche zu begreifen und schon gar nicht anzugreifen. Auch in unseren Zusammenhängen ist die gesellschaftlich-tradierte Norm der Männlichkeit unangefochten akzeptiert und wird -meist sogar zufrieden und durchaus stolz- von den Männern der Szene praktiziert. Gestützt vom platten Spruch "Wir sind die Guten", der in Worte fasst, was die meisten Antifas tatsächlich für sich in Anspruch nehmen, ist zwar nett, suggeriert aber, damit im Machtverhältnis auf der guten Seite zu stehen, zumindest nicht Täter, zu sein, jedes Hinterfragen ist somit nicht notwendig. Aber er mit seinen alltäglichen Handlungen, Gesten, Äußerungen, das gesellschaftliche Herrschaftsverhältnis in seinem Umfeld aufs Neue wiederherstellt, reproduziert und seinen aktiven Anteil daran einfach schlichtweg naiv verkennt.
Wenn also die Notwendigkeit mit einer Auseinandersetzung mit dem Thema erkannt wird, dann meist von Frauen.
Reden wir nun mal Klartext: Feministische Kritik an linken Strukturen wird bisher bei uns weder tatsächlich ernst genommen, noch als das begriffen was sie ist nämlich,: eine Politische.
Klar ist die Szene männerdominiert... allerdings darf nicht die geschichtliche Entstehung vergessen werden. Die Szene ist Teil einer patriarchalen Gesellschaft:: So ist es, so war es und manchmal wird es sogar ausgesprochen, so wird es immer sein. Meist noch mit den Nachsatz Frauen müssen eben einfach mal den Mund aufmachen und sagen, wenn ihnen was nicht passt. Sie werden schließlich nicht daran gehindert, nein ihr Frauen werdet doch unterstützt.
Daraus entsteht doch eine fast schon zwingende, zumindest die logische Konsequenz sich in Frauengruppen zusammen zu schließen. Im Bewusstsein damit eine wahrnehmbare Position und somit Macht zu erlangen um in Strukturen handlungsfähig zu werden.
Warum gehen aber immer die Alarmsignale los, wenn Frauen sich in Gruppen zusammenschließen.
Wovor habt ihr Angst?
Nicht jeder Zusammenschluss ist eine die Szene zersetzende, linke zersplitternde Vereinigung. Die Aufgebrachtheit einiger Linker ist wohl der Tatsache geschuldet das Männer ( ausdrücklich: Weiße, deutsche, heterosexuelle, sogenannte gesunde Männer) ansonsten ein "Kein Zutritt- Schild" nicht kennen. Und genau dieses scheint einladend für diese zu wirken. Den mit unberechtigter Kritik an Frauengruppen wird häufig nicht gespart, wie z.B. sie seien: Anti-emanzipatorisch, nicht-links, nicht-feministisch, weil eben sektirisch und ausgrenzend. Frauengruppen sind nach Meinung einiger Männer ausschließlich sozial.
Solche Vorwürfe werden aber nie an Männerbünde gestellt, noch an gemischtgeschlechtliche Gruppen!
Dass Frauen immer besser sein und mehr vorweisen müssen, ist ein alter Slogan, auch in der Szene wird ihre politische Arbeit, sofern sie überhaupt als solche erkannt wird, nach viel strengeren Maßstäben bewertet. Bei solchen Reaktionen ist es nicht verwunderlich, dass auch einige Frauen in diesen Chor mitsingen.
Denn wer sich explizit und im Konkreten gegen Sexismus ausspricht und für Frauen etwas einfordert hat mit Konsequenzen zu rechnen. Also ist es leichter die Augen und die Ohren zu verschließen. Und genau das ist Ziel anti-emanzipatorischer, patriarchaler Erziehung, sie ist Systemerhaltend und Systemstabilisierend.
An dieser Stelle soll noch mal an ein oft formuliertes Ziel in der Linken erinnert werden, es lautet: Für eine herrschaftsfreie Gesellschaft!
Aber wenn sexistische Strukturen nicht angegriffen werden, wird auch diese Forderung für immer Utopie bleiben.
Hier noch mal die Erklärung warum es eben doch feministisch, links und emanzipatorisch ist sich in einer Frauengruppe zu organisieren. In diesen wird das hierarchische Geschlechterverhältnis außen vor gelassen. Weil patriarchale Strukturen existieren und weil wir uns an der Realität orientieren müssen.
Auch wir gehen davon aus das Geschlechter als gesellschaftliche Kategorien konstruiert wurden und sich als bipolares System ständig neu produziert und reproduziert, Was eigentlich nichts anderes bedeutet, als Männer und Frauen werden in ein Raster von normierter Männlichkeit und Weiblichkeit gequetscht. In dieser sind wir alle patriarchaler Sozialisation unterworfen, Geschlecht wirkt somit in alle Bereiche der Gesellschaft. Die volle Funktionsweise wird dann deutlich wenn Geschlecht als "naturgegeben" und "unveränderbar" akzeptiert wird. Und sich eben in dem oft gehörten Satz "Es ist nun mal so" äußert. Damit wird die eigene Unveränderbarkeit akzeptiert. Aber Geschlecht ist jederzeit eine Rolle.
Solange das Geschlechterverhältnis ein soziales Ungleichverhältnis und auch immer ein potentielles Gewaltverhältnis ist, brauchen wir die Kategorie FRAU. Und solange wir nicht als Frauen in der Szene wahr -und ernstgenommen werden brauchen wir Frauengruppen, und solange ist diese Organisationsform eine Politische und keine soziale.
Da wir uns nicht mal eben mit Funktionsweisen von Patriarchat auseinandersetzen, weil wir ansonsten nicht wissen was wir sonst noch tun könnten, wenn alle Tücher gebatikt, der Menstruationszyklus besprochen, und der neuste Tratsch über Typen ausgetauscht wurde. Sondern, weil Frauen nämlich in der Szene aus der Norm- aus der gesetzten männlichen Norm - fallen und dieser somit nie entsprechen können.
Denn denkt man an die Linke denkt man an Männer!
Stellt sich für uns eigentlich die Frage, können unter den gegeben Umständen Männer in der Szene überhaupt Träger oder Subjekte fortschrittlicher emanzipativer Politik werden?
Nicht, wenn sie nicht verstehen das "Männer" mit ihren Konstrukt "Männlichkeit" in erster Linie ein Problem für andere sind. Das bedeutet das sie ihr alltägliches Handeln, ihre individuellen und kollektiven Handlungspraxen: wie frauenfeindliche Witze, heterosexistisches Besitzdenken, homophobe Abwehr, stillschweigende Männersolidarität, Stärkekult und Mackermilitanz hinterfragen und ändern. Das erfordert sogenannte radikale Selbstkritik, mit sich und mit ihrer Männlichkeit. Das wiederum bedeutet das sie sich von ihren festgefroren und kulturellen Privilegien verabschieden müssen.

Wir setzen Kooperationsversuchen mit Männern voraus das sie versuchen sich der "Frauen"-Politik, sowie ihren Forderungen aber auch Kritiken zu nähern.